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Was ist schlimmer als der Tod?

Also nachdem ich heute ja bereits so einiges Altes von mir gegeben hab, Texte die bereits bis zu 5 Jahren auf meiner Festplatte lagen, muss ich noch was zu den aktuellen Nachrichten sagen, vor allem zu einer Sache, die mich doch ziemlich berührt hat, die mich jetzt nicht schlafen lässt. Und die, soviel nur nebenbei, im ORF Teletext auf Platz 2 der aktuellen Nachrichten gereiht war, hinter Milosevics Tod (Unfriede seiner Asche) und vor der Nachricht, dass Charlize Theron wieder solo ist. Vor allem letzteres ist ja wirklich wichtig. Naja ...

***

Heute wurde bekannt, dass in Graz ein 20-jähriger Präsenzdiener seine 94-jährige Urgroßmutter mehr oder weniger im eigenen Dreck dahin vegetieren hat lassen. Als er die Hausärztin nicht zu ihr lassen wollte, rief die die Polizei und die Sache flog auf. Das Zynische daran ist außerdem, dass er Pflegegeld für sie kassiert hat und vom Präsenzdienst freigestellt war. Mieses Arschloch.

***

Mich erinnert das Ganze sehr an eine Situation aus meinem Jahr beim Samariterbund Wien. Ich hab damals Patienten zwischen Krankenhäusern, Altenheimen, Arztpraxen, Rehab Zentren und den jeweiligen Wohnungen transportiert und mich während der Fahrt um sie gekümmert.

Es gibt Gegenden in Wien, die keine 100 Meter von belebten Stadtvierteln entfernt liegen, die aber alle Anzeichen einer typischen Einöde haben: dünn besiedelt, unglaublich verwilderte Landschaft, alte Holzhäuser, ohne Strom und fließend Wasser, und die Gegend allein löst schon bedrückende Gefühle aus, den Wunsch schnell wieder zu gehen. Eine Gegend für Menschen, die entweder von der Gesellschaft vergessen oder abgeschoben wurden, die nichts oder niemanden mehr haben, die sich zum Sterben zurückziehen.

***

Eines Tages kam ich also in so eine Gegend, ironischerweise keine 2 Minuten von unserem Stützpunkt weg. Die erste kleine Seitenstraße hinein, kaum außerhalb der Sichtweite der regulären Straße wurde aus dem Asphalt schon grober Schotter und dann überhaupt nur noch Wildwuchs. Der übliche Auftragsschein für den Transport gab eine vollkommen absurde Adresse an, die zuerst absolut keinen Sinn ergab. Es waren auch keine Häuser zu sehen. Als wir schon glaubten, dass sich der Funker in unserer Zentrale mal wieder einen Scherz erlaubt hat, waren wir am scheinbaren Ende des Feldweges angelangt und da war unsere Adresse.

Eine kleine Holzhütte, ohne Strom, ein Stapel Holzscheite vor der Tür, mit verrostetem Zaun und wild wuchernden Pflanzen, die so wirkten, als wären sie jahrelang nicht geschnitten worden. Ich war zu dem Zeitpunkt noch nicht lange dabei, noch nicht abgestumpft genug und generell ziemlich naiv, was den sozialen Standard im schönen Wien betrifft. Das sollte sich schnell ändern.

***

Der tote Hund, der vor der halboffenen Haustüre lag, war bereits ziemlich verwest und hat mich nicht nur meine bis dahin gute Laune, sondern auch mein Frühstück gekostet. Das hat mich im Speziellen geärgert, denn entgegen meinen Gewohnheiten hatte ich an jenem Morgen gefrühstückt und das ausgiebig und vor allem gut. Frische Waffeln mit echtem kanadischen Ahornsirup, dazu frischen Blutorangensaft als Appetitanreger und nach der Dusche eine Portion Speck & Eier mit einem kräftigen Schuss Stolichnaya als Abschluss. Was für ein Frühstück, ich erinner mich noch daran als ob es gestern gewesen wäre. Naja ...

Mein halbverdautes Frühstück klebte also in der Gegend, meinem Kollegen war das allerdings ziemlich egal und dem toten Hund ebenfalls. Blöder Köter, lag einfach da und faulte vor sich hin. Ein Fest für die Fliegen und ein unangenehmes Problem für uns, schließlich mußten wir in das Haus rein und der Kadaver blockierte die Türe. Auf unser wiederholtes "Hallo? Ist da jemand drinnen?" kam natürlich keine Antwort. Na sehr super.

Mein Kollege sah das Ganze scheinbar nicht so dramatisch, zog den Hund auf die Seite und ging flott drauf los, in die Hütte hinein. Als er ca. 3 Sekunden später wieder raus kam, musste er sich aber ebenfalls von seinem Frühstück verabschieden. Irgendwie fand ich das damals ziemlich komisch. Er natürlich nicht.

***

Augenblicke später standen wir beide sichtlich nervös bei unserem Krankenwagen und rauchten hektisch eine viel zu schwache Zigarette. Was tun in so einer Situation? Er war zwar schon länger dabei als ich, aber diese Situation war auch für ihn neu. Bei seinem kurzen Aufenthalt im Haus hat er niemanden gesehen, aber der Geruch war eindeutig. Also was tun? Die Polizei rufen, einen weiteren Krankenwagen anfordern, die Seuchenkontrolle, alle zusammen oder einfach nur den Leichenbestatter?

Also zuerst in der Zentrale rückfragen, was das alles soll. Schließlich werden solche Aufträge ja nicht auf Scherzanrufe hin vergeben und nachdem das Haus keinen Stromanschluß hatte, musste der Anruf von einer dritten Person erfolgt sein. Die Zentrale meinte, der Anrufer hätte sich als entfernter Verwandter ausgegeben und dass sie ihn kontaktieren würden. Wir sollten uns in der Zwischenzeit um den Patienten kümmern. Schöner Mist. Der angegebene Grund für den Transport: Kreislaufprobleme ... na klar ...

Nachdem wir uns also geistig auf das Schlimmste vorbereitet hatten und mit allem Nötigen ausgerüstet, mussten wir wohl oder übel in das Haus. Dieses Mal musste ich vor. Das Haus bestand eigentlich nur aus zwei Räumen: Küche/Vorzimmer und Wohnzimmer/Schlafzimmer. Im Vorzimmer stapelten sich meterhoch uralte staubige Zeitungen, die Küchenkästen und der Boden waren voll mit Müll, Besteck, schimmligen Essensresten, Staub, der einen oder anderen Spinne ... der Geruch war so beissend, dass man gar nicht einatmen wollte, weil der Brechreiz sonst zu stark wurde ... diese Mischung aus Fäkalien, Urin, Erbrochenem und wer weiß was sonst noch ... kurz: widerlich war schon nicht mehr das treffende Wort dafür ... viel mehr: unfassbar ...

***

Bis zu diesem Zeitpunkt glaubte ich wirklich, dass mein jahrelanger Konsum von brutalen Horrorfilmen, und das seit frühester Jugend, mein Gemüt komplett abgetötet hatte. Ich hatte schon soviele Menschen in sovielen Filmen auf soviele verschiedene Arten sterben sehen, oft auf bizarre, widerliche Art und Weise. Ich war der festen Überzeugung, dass es nicht mehr möglich war, dass sich Bilder in mein Gehirn einbrennen; Bilder, die einem nachts den Schlaf rauben und einen tagsüber daran hindern, auch nur für Sekunden die Augen zu schließen. Ich glaubte das wirklich.

Ich hatte mich geirrt.

***

Der Mann war nicht tot. Obwohl es für ihn wohl besser gewesen wäre und es war unglaublich, dass er noch am Leben war. Er war entsetzlich dünn, abgemagert bis auf die Knochen, mit unzähligen verfärbten Hautstellen. Das Haar lange gewachsen, verfilzt, verdreckt, so wie sein Bart. Das Bett, auf dem er lag, füllte fast den ganzen Raum aus. Durch ein großes Fenster fiel das Sonnenlicht durch die grauen Vorhänge und verpasste dem Raum eine unheimliche Atmosphäre. Die Bettdecke (und wohl auch die Matratze) hatten einen intensiven gelb-grauen Farbstich, verkrustete schwarz-braune Flecken und der Gestank wurde immer schlimmer. Der Mann lag einfach nur auf dem Bett und atmte schwach, neben ihm dutzende leere Packungen ziemlich starker Schmerzmittel; noch mehr Zeitungsstapel in den Ecken und am Boden, ein uraltes Radio auf einem Tisch, noch mehr Müll, Essensreste und Dreck auf dem Bett. Und mittendrin dieses lebende Skelett. Der dokumentierte Verfall eines Menschen. Ein Szenario aus dem Film Sieben. Aber leider real.

Meiner Meinung nach hatte der Mann das Haus schon seit langer Zeit nicht mehr verlassen, geschweige denn das Bett. Das konnte er glaub ich auch nicht mehr, denn nachdem wir den brutalen Brechreiz und die Fassungslosigkeit überwunden hatten, bahnten wir uns einen Weg durch den Dreck und versuchten den Mann zu bewegen, anzusprechen ... keine Reaktion. Die Augen waren aktiv und beobachteten uns, aber der Körper war widerstandlos, schlaff, die Muskeln irgendwie degeneriert. Ob er nicht sprach, weil er es nicht mehr konnte oder wollte ... keine Ahnung.

Die Situation war grausam. Dieser Mann konnte sich offensichtlich nicht mehr selbst versorgen, d.h. er hatte jemanden, der sich flüchtig um ihn kümmerte, wahrscheinlich unseren mysteriösen Anrufer. Aber welcher herzlose Unmensch ließ einen anderen Menschen in diesem Dreckloch vor sich hinvegetieren und hielt ihn mit elementarsten Grundnahrungsmitteln und Schmerzmitteln gerade noch am Leben, nur um ihn weiter leiden zu lassen?

***

Nachdem wir genau diesen Gedanken erstmal aus unseren Köpfen verdrängt hatten, übernahm die Routine das Denken. Den Mann vorsichtig bewegen, aufsetzen und hoffen, dass der Kreislauf nicht augenblicklich zusammenbricht. Die Vitalwerte überprüfen und sich wundern, dass jene eigentlich im grünen Bereich waren. Dem Patienten erklären, was mit ihm passieren wird, dass jetzt alles gut wird. Sich selbst einreden, dass das stimmt.

Danach den Bettenverteiler anrufen, ihm die Dringlichkeit der Situation erklären und ihm klar machen, dass - sollte er nicht sofort, aber sofort ein stationäres Bett im nächstliegenden Krankenhaus freibekommen - wir mit diesem Transport unseren Dienst für diesen Tag beenden würden ... nach gerade mal 2 von 12 Schichtstunden. Kurz danach den Patienten nach draussen bringen, raus aus dieser Bruchbude, und in den Wagen setzen. Sich in den seperaten Patiententeil des Wagens setzen, aus dem Fenster starren und beten, dass die 2-minütige Fahrt ins SMZ-Ost bald vorbei ist, denn nicht nur der Gestank treibt einem die Tränen in die Augen.

***

Im Krankenhaus fluchtartig raus aus dem Wagen, drei Mal tief durchatmen, den Patienten ausladen, während die Kollegen in der Garage plötzlich verstummen und die Blicke abwenden. Rein in die Notaufnahme, wartende Patienten die sich angeekelt abwenden mit bösen Blicken strafen - außer das Kind, das zu weinen beginnt - und einer bildhübschen Krankenschwester damit wirklich den Tag versauen. Den Patienten abliefern, ein paar ernsthafte Worte austauschen und dann nichts wie raus und die nächste Zigarette anrauchen. Zur Sicherheit danach noch eine. Und eine Dritte.

Die nächsten drei Tage war ich im Krankenstand.

***

In diesem Job hab ich gelernt, die soziale Seite manchmal abzuschalten, zwangsweise, weil sie sonst ganz verschwinden würde. So wie jeder soziale Job stumpft auch dieser sehr schnell ab. Deshalb hab ich es auch relativ gut geschafft, diese Geschichte zu verdrängen, sie irgendwann emotional zu begraben. Bis auf eine Sache ...

Die Augen des Mannes werd ich wohl nie verdrängen oder vergessen können. Aktiv, lebendig und gleichzeitig so unendlich müde und traurig. Einen Gesichtsausdruck, den ich nie wieder sehen will.
Ein Toter, eingesperrt im Körper eines Lebenden.
Ein Lebender, eingesperrt im Körper eines Toten.

***

Ich hab nie erfahren, was mit ihm passiert ist. Ich wollte es nicht wissen. Man hat auch nie erfahren, wer der Anrufer war. Was den Mann betrifft ...


Ich hoffe, er hat es nicht überlebt. Ich hoffe es für ihn.


Denn wenn ich mir so vorstelle, wie meine 5 Minuten in diesem Haus mir wochenlang den Schlaf geraubt haben und mir jedes Mal Magenkrämpfe verpasst haben, wenn ich in ländlicheren Gegenden in rustikalere Gebäude gehen musste ... dann will ich mir nicht einmal vorstellen, was Wochen, Monate, Jahre dem Verstand und der Seele dieses Mannes angetan haben. Und egal wo er jetzt ist, ob lebend oder tot, Himmel oder Hölle, es kann nur besser sein.


***


Was ist schlimmer als der Tod?
12.3.06 02:12


The 8 Year Hole

Jetzt haben wir es also endlich gesehen, das wahrscheinlich am spannendsten erwartete Interview des Jahres:

Die 18-jährige Natascha Kampusch hat heute in einem gut 40-minütigen Interview auf ziemlich beeindruckende Art und Weise über ihre letzten 8 Jahre gesprochen und dabei wohl endgültig die ganzen Spekulationen rund um ihre Person beendet. Und das obwohl ihre Betreuer von diesem Interview abgeraten haben. Auch ihr Gesicht wurde nicht verfremdet. Sie sieht übrigens bei weitem nicht so aus, wie auf dieser unsäglichen Computersimulation, die seit 2 Wochen durch die Medien wandert.

***

Viel ist in den Monaten und Jahren nach ihrem Verschwinden zu dem Fall geschrieben und gesagt worden, eigentlich schon zuviel und viel zuviel Falsches. Die Polizei musste irgendwann zugeben, dass sie sie nicht finden können, die Eltern haben es trotzdem erfolglos weiterversucht und am Schluß taucht sie entgegen allen Erwartungen doch höchst lebendig wieder auf.

Was mich an diesem Interview heute wirklich beeindruckt hat, dass diese junge Frau über mehr (sprachlichen) Charme und Wortwitz verfügt als 90 % der Politiker, Journalisten und gelernten Rhetoriker. Vom Vokabular angefangen bis hin zur Gedankenführung. Manchmal hat nicht jeder Kausalsatz oder jede verschachtelte Satzkonstruktion funktioniert, aber es war immer 100%ig klar, was sie sagen wollte. Die eindeutige Körpersprache hat den Rest getan.

Und für einen Menschen, der 8 Jahre von der Welt ziemlich abgeschnitten war, hat diese junge Dame eigentlich sehr viel Ahnung vom Leben, sie erfasst Dinge eindeutig als das was sie sind; angefangen vom Charakter ihres Entführers, über ihre eigene Situation, über ihre Eltern, über die Medien bis hin zu ihrer Zukunft.

***

Und zur Rolle der Medien nur soviel:
So sehr sich ausländische Medien teilweise wie Geier auf sie gestürzt haben, mit Geldangeboten und sonstigen Verlockungen, so sehr sich selbsternannte Experten mit dem Fall schmücken wollten und es teilweise auch tun, so sehr im Vorfeld jede kleine Nuance des Themas totdiskutiert wurde ... so überraschter war ich über den pietätvollen und guten Umgang des Interviewers (den ich bisher nicht wirklich ernstgenommen habe, zumindest nicht als ernsthaften Journalisten) mit Natascha Kampusch. Und dass der ORF mit dem Interview angeblich nicht einen Cent verdient und die Einnahmen aus dem Verkauf des Interviews an andere Stationen ausschließlich an NGOs und Hilfsorganisationen geht, finde ich sehr gut.

***

Und wenn ich mir ansehe, wieviel aus diesem Mädel trotz dieser Horrorjahre geworden ist, wie ungemein clever und charmant sie doch ist, dann frage ich mich ernsthaft, was aus ihr geworden wäre, wenn das alles nicht passiert wäre?
6.9.06 21:56


Ganz so einfach ist es dann doch nicht ...

.. wie ich mir das vorgestellt habe.

Wenn man hier mitliest, kann man sich wahrscheinlich schon denken was jetzt kommt. Die übliche furchtbar komplizierte Frauengeschichte ... die eigentlich gar nicht so kompliziert ist ...

Denn:

Ich hab zwei Möglichkeiten:

1.)
Ich scheiß auf sie, ihn und alles was dazugehört, v.a. die Freundschaft mit einer echt coolen Frau.
Wir gehen nicht mehr miteinander fort.
Ich treib einen Keil in unsere kleine Gruppe und red mir dann ein, dass eigentlich sie schuld ist.
Ich verscheiß meine Möglichkeit auf den ersten wirklichen Urlaub seit Jahren, ein Urlaub wo zwar vielleicht beide dabei sind (u.a.), der aber vielleicht trotzdem der beste meines Lebens sein könnte.
Ich kann mit keinen von beiden mehr wirklich reden, was mir schon fehlen würde.
Ich würde genau den gleichen dummen Fehler wiederholen, den ich schon einmal gemacht habe und den ich bis heute bereue.

2.)
Ich akzeptier das ganze und versuch mich für beide zu freuen.
(Im Stillen hoff ich zwar trotzdem dass es nichts wird aber Gedanken sind bekanntlich frei)
Ich lass das Vergangene vergangen sein und konzentrier mich auf die Zukunft - die im Moment gar nicht so schlecht aussieht.
Ich fahr vielleicht auf Urlaub.
Wir gehen weiter zusammen fort.
Alles bleibt beim Alten, naja fast Alles.

Und: ich lern endlich mal was aus meinen Fehlern. Vielleicht wiederhol ich sie dann ja wirklich nie wieder. Wer weiß.

***

Wenn ich also die beiden Szenarien gegeneinander abwäge, mein gekränktes Ego beiseite lasse und endlich mal zur Vernunft komme, ist die Antwort sowieso klar. Ganz so einfach ist es dann halt doch nicht.

Hat zwar einige Tage/Wochen (+ viel Alkohol, Musik und ernste Ratschläge guter Menschen) gebraucht, bis mir das klar geworden ist ... aber besser spät als nie.

Und wie gesagt: das Leben geht weiter. Eh klar.

1.9.06 21:21


Das 5. Rad am Wagen

beschreibt ziemlich genau, wie ich mir in letzter Zeit vorkomme ...

Aber alles der Reihe nach.

***

30. Juli:
Nachdem mir ein paar (ehemalige) Arbeitskolleg(inn)en beim Zusammenbau meiner ersten Ladung Möbel geholfen haben, was neben ein paar anfangs falsch verschraubten Dingen ganz gut geklappt hat, revanchiere ich mich bei einem von ihnen und helfe ihm wiederum beim Streichen seines Wohnzimmers.

Meine Lieblingkollegin - Leser dieses Blogs kennen sie bereits - ist auch dabei und zeigt plötzlich ein sehr ungewohntes Interesse an ihm, bzw. sucht oft den Körperkontakt mit ihm sucht.

Das ist mir auch schon in meiner Wohnung aufgefallen, aber da hatte ich andere Dinge im Kopf.

Nach gestrichenem Zimmer und einem kleinen Snack landen irgendwie alle auf der Couch, und wegen Platzmangel rückt man eben zusammen. Da fällt mir dann auf, wie ihm zufälligerweise sanft über den Arm streicht, mehrmals, ganz zufälligerweise.

...

Dass an dem Abend viel getrunken und geraucht wird, ist für meinen Kopf auch nicht gerade gut. Ich krieg wieder meine Anfälle von Paranoia. Und mach noch am gleichen Abend fast wieder soviel kaputt wie in diesen hässlichen 6 Monaten im Jahr 2001, wo ich fast alle meine Freundschaften zerstört hab und eine vielversprechende Beziehung verschissen hab. Aber dieses Mal hab ich mich unter Kontrolle.

Aber wenn ich damals eines gelernt hab, dann das: Egal wie sehr dich dein Schädel auch fickt und du darüber reden willst, tu es nicht. Du wirst sowieso nicht verstanden, also lass es gleich bevor du dann auch noch wie ein bemitleidenswerter Idiot dastehst.

Als wir uns endlich alle auf den Weg machen, bin ich froh dort raus zu sein und schwöre noch am selben Abend dem Gras, Alkohol und Nikotin ab. Na klar ...

***

"Wozu das ganze?" fragt man sich jetzt vielleicht.
Aus dem ganz einfachen Grund, dass man unterdrückte Stimmungen und Probleme mit Drogen nicht löst, sondern nur verstärkt. Und man hat sich nicht mehr unter Kontrolle.



SCHNITT.


4. August:

Die Wohnungsstreichergruppe ist beim Heidenspass Festival in Tulln. Zwei auf der Bühne, der Rest davor. Das Wetter ist kalt, verregnet, beschissen und mir gehts nicht gut. Und das obwohl ich in den letzten Tagen weder geraucht noch getrunken habe.

Und wieder bemerk ich dass es sie irgendwie zu ihm zieht. Aber nachdem meine Kopfschmerzen mich fast umbringen, ist mir das ausnahmsweise einmal egal.

Denn am


5. August:

wache ich mit höllischem Kopfweh, einem blutroten rechten Auge und einem furchtbaren Pfeifen im linken Ohr auf und dreh vor Schmerzen fast durch.

Also melde ich mich krank, geh ins Krankenhaus auf die HNO und komme schließlich 5 Stunden später wieder raus, mit der Diagnose:

Schwere Mittelohrentzündung links, die wohl operiert werden müsste, wenn sie noch ein bisschen schlimmer wäre.
Und dazu noch ein ausgetrocknetes rechtes Auge, weil es sich im Schlaf scheinbar nicht ganz geschlossen hab.
Ob das alles wohl am Gras und Wodka gelegen hat, diesen Gedanken behalte ich dem Arzt gegenüber aber für mich.

***

Dass dieser Tag ein Samstag war und ich dann bei Sturmböen wie ein Idiot durch die Gegend gerannt bin, um die nötigen Medikamente aufzutreiben, hat mir dann den Rest gegeben. Vor allem, weil der Wind im linken Ohr nicht gerade angenehm war.

Die Rechnung von der Apotheke war der nächste Schlag ins Gesicht, denn das verdammte Krankenhaus hat mich eiskalt zum Versuchskaninchen für die Pharmaindustrie gemacht und mir Sachen verschrieben, die ich nicht gebraucht hab, die aber scheißteuer waren.

Unter anderem schwere Antibiotika, die ich dann 2 Wochen lang genommen hab.


SCHNITT


Heute:


Mein Fazit der letzten Wochen: ich könnte echt heulen, denn im Moment geht alles, absolut alles den Bach hinunter

*) Die Arbeit geht mir nur noch auf die Nerven, nachdem meine Schwester - mit der ich mich in den letzten Wochen und Monaten eigentlich so gut verstanden hab wie nie zuvor - als einzige nicht in die neue Firma übernommen wurde.
(Die alte wurde aufgelöst, weil der einzige Kunde Geld sparen wollte, wir verloren die Ausschreibung und alle unsere Jobs.)
Das schlimme dabei ist nur, dass meine Schwester sich in den letzten 10 Jahren den Arsch aufgerissen hat, damit diese Firma nicht im Chaos versinkt, in den letzten Monaten nur noch für den Weitererhalt gekämpft hat und jetzt die einzige ist, die keinen Job und kein Einkommen mehr hat. Und das bricht ihr das Rückgrad und mir das Herz.

*) Meine Lieblingskollegin ... die Frau, wegen der ich in den letzten Jahren noch halbwegs gerne in die Arbeit gegangen bin und lange Zeit der einzige Lichtblick in meinem Leben ... schmeißt sich vor meinen Augen an einen ehemaligen Arbeitskollegen (einen von dreien, der noch in der alten Firma ist) ran; einen Typen, mit dem ich mich eigentlich auch gut verstehe, eigentlich ein cooler Kerl.
Also wie soll ich auf diese Scheiße reagieren?
Frust, rohe Gewalt, Freude, geheucheltes Verständnis?
Wie soll ich mir vorkommen, wenn ich mit geballten Fäusten in den Hosentaschen und einem falschen Lächeln im Gesicht zusehe, wie dieser Typ plötzlich meinen Platz bei ihr einnimmt, obwohl er sich davor jahrelang im Prinzip nicht im Geringsten um sie gekümmert hat?

*) Die neue Wohnung ist zwar ein schöner Fortschritt, aber auch das zieht sich schon zu sehr in die Länge. Vom Geld ganz zu schweigen, aber damit hab ich gerechnet. Aber ich muss raus aus dieser Wohnung, hier hängen einfach zuviel schlechte Erinnerungen ...

*) Die Antibiotika haben mir so dermaßen die Magenschleimhaut zerstört, dass ich seit 5. August 4 Kilo abgenommen hab, allein dadurch, dass ich nicht mehr essen kann/will, weil es sowieso nicht lange im Magen bleibt.
Ach ja, die Schmerzen im (End)Darm, die ich durch den ständigen Dünnschiss bekommen hab, hab ich jetzt noch. Abgesehen davon hab ich seither keinen Appetit mehr, weil jede Speise und jedes Getränk Unwohlsein bis Schmerzen im Magen verursacht. Na vielleicht fang ich mir jetzt auch noch eine Essstörung ein, warum nicht ...

*) Die Schmerzen im Ohr sind zwar seit einiger Zeit wieder weg, dafür hör ich jetzt auf den Ohr schlechter, nicht wesentlich schlechter, aber doch soweit dass es mir auffällt. Und das wo Musik hören immer das war, das mir auch in den schwärzesten Momenten geholfen hat ...

*) Ach ja, Zahnschmerzen hab ich auch noch, egal was ich esse oder trinke, ob süß oder salzig, heiß oder kalt, sobald irgendwas diesen Backenzahn links oben berührt, läufts mir eiskalt den Rücken runter und mein Kiefer fängt Feuer. Auch ein Grund, warum Essen im Moment nicht wirklich Spaß macht.

*) Mit all der Scheiße, die im Moment passiert, vergeht mir echt der Spaß am Leben und schlafen kann ich auch nicht mehr. Und wenn, dann hab ich Alpträume. Manchmal erwisch ich mich schon dabei, dass ich aus dem Fenster schaue und mich frage, ob das verdreckte Kopfsteinpflaster wohl wehtut, wenn man aus 10 Meter Höhe darauf aufschlägt ...

*) Diese immer wiederkehrende Paranoia macht mir am meisten Angst, weil sie mittlerweile auch schon kommt, wenn ich nüchtern bin. Und dann wirds gefährlich.
Von einer Sekunde auf die andere kippt meine Stimmung von fröhlich/entspannt/zufrieden auf hektisch/aggressiv/neidig/eifersüchtig, ohne Vorwarnung, egal wann oder wo.
Hab aber keine Ahnung, was ich dagegen machen soll. Nochmal steh ich so eine Scheiße nämlich nicht durch. Siehe Kopfsteinpflaster.

*) Die Zigaretten und das Gras hab ich zwar wirklich eingeschränkt, aber vorgestern hab ich nach einer weiteren Couchsession/DVD Abend bei dem Arbeitskollegen, der mir gerade meine Frau klaut, so dermaßen den Frust bekommen, dass ich eine halbe Flasche Wodka allein getrunken hab, innerhalb von max. 2 Stunden ... um die schon wieder wachsenden Hassgedanken abzutöten ... hat natürlich nicht funktioniert ... kompletter Filmriss, der schlimmste Rausch meines Lebens ... am nächsten Morgen bin auf dem WC aufgewacht, den Kopf auf der Klobrille ... das WC hatte sich farblich nicht gerade verschönert ... mit einer Fahne, einem Kater und einer Gesichtsfarbe, dass ich mir nicht mehr ins Gesicht sehen konnte ...

Die hohe Kunst des tiefen Falls ...

***

Und das schlimmste daran ist, dass es immer weitergeht. Immer. Logisch. Das Leben geht weiter.

Aber wozu eigentlich? Wozu?

Wie lange soll ich eigentlich noch drauf warten, irgendwann einmal glücklich zu sein?

Bis ich über 30 bin, immer noch allein, und beginne mir ein Kellerverlies zu bauen um kleine Mädchen drin einzusperren?

Niemals.

Da noch eher: Kopfsteinpflaster.
26.8.06 14:07


Heute: Politisch Unkorrekte Politische Correctness

Klingt nach einem spannenden Ding, oder?

Isses vielleicht auch.

***

Wieder einmal haben es die Medien geschafft, dass ich mich über etwas aufrege, was mir eigentlich scheißegal sein könnte.

Israel

***

Nicht der Palästina Krieg, nicht die Kriege, die seit Jahrzehnten dort wüten; nein, diesmal nur Israel.

***

Mein Problem dabei ist, dass diese idiotische Regierung in diesen paranoiden Zeiten scheinbar nur noch die Messer wetzt, egal ob das Volk das auch so will. Der Hass, der auf ihre Rechnung geht, führt dann z.B. dazu dass mich heute ein Passagier auf dem Flug nach Teheran deswegen blöd anquatscht, weil er sich vom dem "El Al" Equipment und der Tatsache beleidigt fühlt, dass der Flug am nächsten Flugsteig ausgerechnet nach Tel Aviv geht.

Eigentlich geht sowas bei mir zum einen Ohr rein und zum Anderen raus. Heute mal nicht, also hab ich den Typen gefragt ob sein Ärger soweit geht, dass er mit einem der israelischen Sicherheitskräfte darüber reden möchte. Schweigen. Leider.

***

Dass als Vergeltungsschlag für 2 möglicherweise von Radikalen Entführte - auf das "möglicherweise" komm ich noch zurück - ein ganzes Land angegriffen wird, bereits zahlreiche Zivilisten (auch bekannt als Kolleteralschaden) deswegen gestorben sind, von der Zerstörung der Infrastruktur ganz zu schweigen, IST EINFACH NICHT ANGEMESSEN.

Wer das nicht unterschreiben kann, sollte sich ernsthaft fragen, ob er nicht in die USA oder Israel auswandern sollte.
Ein Exkurs auf den Stammtisch.

Und zwar deswegen, weil d(i)e(j)rjenige den Verlust dutzender Menschenleben für nationalen Stolz und "Sicherheit" in Kauf nimmt. Also kann er ruhig auch sein Eigenes riskieren und sich irgendwo in Israel von Raketen treffen lassen, ansonsten wirkt seine Meinung sehr halbherzig.

***

"Man bedauere den Beschuss eines Kleinbusses durch einen israelischen Kampfhelikopter" ... bei dem so nebenbei 20 Menschen draufgehen mussten ... schade, tut uns leid für euch, shit happens ... hätten ja 20 Terroristen auf Busfahrt sein können ...

Das ist mein Eindruck von dem, was mir die Medien berichten. Und es stimmt wohl. Das ist schlecht, vor allem für den Staat Israel und er darf sich nicht wundern, wenn nach dieser Belagerung ... anders kann man das nicht nennen ... seine Staatsbürger und Gläubige der israelischen Kultur und Religion im Ausland belästigt, angegriffen und terrorisiert werden.

Sehr traurig, dass sowas immer noch passiert, aber wenn sich der leicht entflammbare Volkszorn nicht durch Scud Raketen ausdrücken kann, muss halt der Nachbar herhalten. Shit happens.

***

Und es zahlen wie immer nur die Unschuldigen drauf.

Ein (junger) Soldat, der - gerade in diesem Land - Militärdienst leistet, weiß was passieren kann und vielleicht auch wird; er wird entführt, am Leben gelassen, wahrscheinlich ein bisschen gefoltert (Volkszorn) und kommt - hoffentlich - lebend und lebenswert nach Hause.

Vielleicht denkt er nachher - in seiner Zeit im Krankenhaus -über Dinge wie Patriotismus, Krieg und Prioritäten nach, organisiert nationale Bewegungen gegen dieses unnötige Blutvergiessen und bekommt genau 666 Kinder um seine Ideale weiterleben zu lassen
Vielleicht geht er freiwillig zurück zum Heer und wird Scharfschütze. Geht irgendwann mit Sicherheit dabei drauf.

Aber wenigstens stirbt er nicht unvorbereitet wie die bereits mehr als 100 toten Zivilisten im Libanon.

Reden wir über Menschenwürde.

***

Immerhin dürfte das unverantwortliche Handeln der Hisbollah dazu geführt haben, dass sich auch das eigene Volk mehr und mehr gegen sie stellt.
Vielleicht bringen Bomben auf perverse Art und Weise langfristig ja doch Frieden.


... naja ... eher nicht.

***

Also was könnte "möglicherweise" bedeuten?

USA mögen Iran nicht. Die Idee der CIA ging langfristig schwer daneben. USA wollen Irans Öl. Und davon gibts nicht wenig.
Israel muss mitmachen, sonst sie ihren größten Verbündeten los.
Also bekommen ein paar geldgeile Fanatisten von Repräsentanten spezieller Interessen viel Geld um sich ein paar junge Soldaten zu schnappen.

2 besoffene Typen stehen sich in einer Tankstelle gegenüber, beide mit einer Zigarette in der Hand. Der Benzinsee rund um sie herum ist von biblischen Ausmaßen. Jetzt kommt der Polizist, zündet beiden die Zigarette an und macht sich aus dem Staub.

Wann kommt der Funke?

Und wen interessiert es noch, woher der Funke kam, wenn die ganze Hütte abfackelt?
15.7.06 22:26


Zeitraffer

- eine Kurzfassung einiger Ereignisse in einer raschen Zusammenfassung:


Frankreich verliert nicht nur das WM-Finale, sondern auch seinen größten Star; beides auf nicht gerade rühmliche Art und Weise

***

Mein neuer (eigentlich: alter) Job stellt sich wider Erwarten als recht gut heraus. Die wenigen Anfangsprobleme werden sich mit der Zeit noch erledigen.

***

Israel riskiert einen weiteren massiven Militärkrieg im Nahen Osten. Nachdem sie wieder einmal den Gaza Streifen attackiert haben - was ja an sich nichts Neues ist, wurde heute morgen scheinbar der Libanon angegriffen. Ursache: 3 entführte Soldaten. Dafür wird wieder einmal fremdes Leben und Eigentum zerstört.
Da fragt man sich.

***

Ich hab endlich meine eigene Wohnung und kann das machen, was ich hier nie wirklich konnte: mich selbst einrichten. Schließlich sollten die 4 Wände, in denen man oft und viel Zeit verbringt, ja möglichst gemütlich & stilvoll sein.

***

Pokern entwickelt sich zu meinem neuen Lieblingshobby. Außerdem zieh ich mir regelmäßig Pokern im TV rein. Und irgendwie werd ich ziemlich schnell ziemlich gut. Gefährlich für Menschen, die nicht viel Geld haben.

***

Die Sonne brennt.

***

Bomben, Anschlag, Serien, Killer, Spiele, Fan, Verhalten, Störung, Meldung, Stop, Schild, Bürger, Wehr, Macht, Hunger, Streik



to be continued ...
12.7.06 15:20


Right Here In Fort Europa

nothing but Claustrophobia ...

... zumindest wenn man inmitten einer der zahlreichen Menschenmassen vor den Bühnen des Donauinselfests steht, dem größten Freiluftkonzert Europas, das gestern wieder begonnen hat, dieses Jahr bereits zum 23. Mal stattfindet und bei dem mittlerweile jedes Jahr 2 bis 3 Millionen Menschen vorbeischauen.

Gestern waren es angeblich bereits 900.000 Menschen.

Der beste Grund, ebenfalls hinzugehen und der beste Grund, zu Hause zu bleiben. Denn bei 20 Grad Außentemperatur abends im Freien zu schwitzen, nur weil man inmitten einer enthusiastischen Menschenmasse steht, ist schon irgendwie seltsam.

Von der gnadenlosen Abzocke an den unzähligen Essens- und Getränkeständen mal ganz zu schweigen, die machen an diesem Wochenende wahrscheinlich sowieso 3-mal soviel Umsatz als im ganzen sonstigen Jahr zusammen.

Dieses Jahr werdens wohl zum ersten Mal mehr als 3 Millionen werden, nachdem der Samstag tradionell der bestbesuchte Tag des 3-tägigen Festes ist.

***

Ich bin also gestern am Abend ebenfalls hin, hab mir vor der FM4 Bühne meine 4 Lieblingsschweden - die Looptroop Rockers - angesehen und mich dann wieder aus dem Staub gemacht.
Und wenn ich dran denk, dass ich für den Weg dorthin - normalerweise ein Fußmarsch von ca. 10 Minuten - gut eine halbe Stunde gebraucht hab, u.a. weil sich auf der Schnellbahnbrücke die Massen stauen, man ständig aufpassen muss dass einem nicht irgendein besoffener Wappler auf die Zehen (oder noch besser: in die Ferse) steigt und noch dazu die einfachsten und schnellsten Wege natürlich von der Polizei abgesperrt sind ... offiziell aus Sicherheitsgründen natürlich ...

Aber wenigstens hat sich das Konzert gestern ausgezahlt, war wiedermal eine sehr gute, energische Show.

***

Heute werd ich ebenfalls nochmal hinschauen, ein paar Arbeitskollegen von mir spielen zu äußerst undankbarer Zeit (14 Uhr) auf der FM4 Bühne, wo zu dem Zeitpunkt wohl 5 Leute dort sein werden ...

Dann werd ich mich allerdings wahrscheinlich bald von der Insel verdrücken, das Inselfest für 2006 beenden und zuhause die Ruhe und den Platz in meiner Wohnung genießen ...

... außerdem is die Musik dort besser, das Essen billiger und die Getränke kalter ...

... trotzdem freu ich mich schon auf die Spannung, welche Acts nächstes Jahr wieder auf die Insel kommen.
Und ansonsten ist das Donauinselfest eh Pflicht, auch wenn ich jedes Jahr froh bin dass es wieder vorbei ist ... fast schon masochistisch irgendwie
24.6.06 11:21


Meine Sackgassen

werden in der letzten Zeit immer mehr.

Es gibt ja diesen netten Spruch: Change Is The Only Constant.

Das würde ich mir im Moment echt wünschen.

Denn so wie es zur Zeit aussieht, rennt alles immer nur darauf hinaus, dass ich im Prinzip das gleiche mache.

Den gleichen Job (wenn auch bei einer anderen Firma jetzt), die gleichen Hobbies, die gleichen Leute, die gleichen Probleme, die gleichen Ideen, die gleichen (enttäuschten) Hoffnungen, die gleichen Träume, die gleichen Anfälle von Selbstmitleid.

Und nichts davon bringt mich irgendwie weiter.

***

Also woran liegt das?

Liegts vielleicht daran, dass ich vor gut 2 Wochen den extremsten Rückfall zu diesen finsteren Monaten im Jahr 2002 - voll zerstörender Paranoia und Kopfschmerzen - hatte und bis jetzt nicht verstehe warum? Die Überdosis THC in Kombination mit extrem depressiver Musik hat vielleicht das ihre dazu getan ... aber das alleine kann es ja dann doch nicht sein ...

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Vielleicht steck ich auch einfach nur schon mitten in dem drin, was man Alltagsroutine nennt.
Vielleicht bin ich ja schon bald reif, für die "Quarter-Life Crisis" mit 25.
Vielleicht gehts mir auch eigentlich in Wahrheit ganz gut und ich red mir nur mal wieder Dinge ein, die gar nicht zutreffen ...

Leider nein, ich rede es mir nicht ein.

Ich frag mich nur, warum ich im einen Moment superfröhlich und im nächsten zum Kotzen sauer und betrübt bin.

Vielleicht sind es die kleinen Rückschläge jeden Tag - Ablehnung, Frust, das Gefühl der Nutzlosigkeit - die sich ansammeln und sich dann einfach irgendwann, beim erstbesten Ventil, entladen.
Vielleicht ist es meine echt ungesunde Lebensweise in der letzten Zeit: Wenig Schlaf, schlechtes Essen, dazu jede Menge Kaffee, Red Bull, Bier, Wodka und Zigaretten.
Vielleicht ist es der alljährliche Frust, dass ich mich bei schönstem Wetter, Sonnenschein und tropischen Temperaturen manchmal noch mieser fühl als im tiefsten Winter.

Definitiv ist es meine seltsame Eigenschaft, mich immer wieder auf Dinge einzulassen, von denen ich innerlich weiß, dass sie nicht gut für mich sind und nicht gut enden werden, egal wie sehr ich das auch hoffe.

Vielleicht ist das naiv.
Vielleicht ist das dumm.
Vielleicht ist das auch nur allzu menschlich.

Ich hoffe es.
22.6.06 22:53


Zu Gast bei Freunden?

... ist zur Zeit nicht nur der Slogan der Fussball WM ...

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Ich hab mir diese Frage heute gestellt, nachdem seit Tagen in den österreichischen Medien nur ein Thema dominiert: George "Dubya" Bush kommt nach Österreich, für 21 Stunden, und Teile Wiens werden zur Sicherheitszone.

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Jetzt ist das Thema George Bush an sich recht einfach zu lösen: Entweder man mag ihn oder man hasst ihn.
Das Problem dabei ist allerdings, dass es längst nicht so einfach ist.

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Vor kurzem hab ich im ORF einen Bericht zur Stimmung in Wien rund um den Bush Besuch gesehen, die mir wieder einmal den Magen umgedreht hat. Da wurden sehr selektiv zwei Gruppen von Menschen interviewt - Cowboys und -Girls aus der Wild West Stadt "No Name City" und komplett bescheuerte Anti-Bush-Demonstranten, die sich selbst für besonders alternativ und intelligent halten, nur weil sie der Meinung sind, dass Guantanamo ein Verbrechen, Kapitalismus schlecht und George Bush ein dummer Spinner ist.

Wow. Sehr reflektierte Meinung. Wenn ich so denken wollte, bräuchte ich nur die Kronenzeitung zu lesen.

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Aber zuerst zu den Fakten:

Der mächtigste und gefährdetste Mann der Welt kommt für 21 Stunden nach Wien, um ein (mehr oder weniger interessantes/sinnvolles) Pflichtprogramm zu absolvieren. Die Sicherheitsvorkehrungen dafür kosten den Staat Österreich eine geschätzte runde Million Euro. Geld, das man zweifellos für wesentlich sinnvollere Dinge hätte verwenden können. Zum Beispiel für zwei Penthouses ehemaliger Bank Vorstände im 1. Bezirk, die sind nämlich zur Zeit ähnlich populär wie Dubya.

Scharfschützen auf den Dächern, Hundestaffeln, Sprengstoffkommandos, gepanzerte Limousinen, eine Autokolonne von 60 Fahrzeugen, abgesperrte Stadtteile und angedrohte Strafen für die Menschen, die sich auf diesen Straßen, ihren Straßen bewegen wollen; Helikopterüberflüge, Abfangjäger, Unmengen Polizisten - ein gigantisches Trara für einen der unnötigsten Politikern der Weltgeschichte.

"Gastgeschenke?"

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Für morgen wurde eine große Demonstration gegen den Besuch Bushs angekündigt. Eine Demonstration, bei der sich wohl einige linksorientierte Politiker zeigen werden; nicht nur um nochmal deutlich zu machen, wie pfui doch Bush ist, sondern auch um ein bisschen Wahlkampf zu betreiben und ein paar naive Jungwähler für sich zu gewinnen.

Doch was bringt diese Demonstration?
Meiner Meinung nach NICHTS, denn Bush wird davon rein gar NICHTS mitbekommen, abgesehen davon dass es ihn gar NICHT interessieren würde. Die einzigen, die etwas davon mitbekommen werden, sind der werte Kanzler Schüssel und andere Regierungsmitglieder. Aber auch die wird diese Demonstration NICHT interessieren, haben sie doch jahrelang die Demonstrationen auf dem Ballhausplatz (vor dem Kanzleramt) konsequent belächelt bis ignoriert.

Also was soll diese Demo dann?
Das Volk macht seinem Unmut Luft, krault sich selbst die Eier (und das Gewissen) und glaubt damit irgendetwas zu bewirken. Opium fürs Volk. Widerstand.

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Sehr bedenklich finde ich dann die Tatsache, dass Schüler für Demonstrationszwecke instrumentalisiert werden, von jugendlichen Vereinigungen wie "Revolution", die Lieder singend Plakate malen, als wären sie die ärgsten Hippies.
Die vor der Kamera nichts zu sagen haben, zumindest nichts was sie als irgendwie intelligent darstellen würde, als hätten sie auch nur irgendeine Ahnung davon, wie diese Welt funktioniert. Auch eine Form der Medien, die Kritiker zu diskreditieren, aber daran sind jene auch irgendwie selbst schuld.

***

Besonders absurd an diesem Besuch ist ja, dass Bush selbst gesagt hat, dass dieser EU-USA Gipfel nicht wirklich ertragreich sein wird, nachdem die führenden Politiker Europas (sprich: seine arschkriechenden Sympathisanten) dabei nicht anwesend sein werden: Merkel, Blair & Co.

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George Bush, ein ehemaliger Partyclown und Säufer, der seinem Vater in Sachen Sport, Militär und Politik nie nacheifern konnte, der zum Katholik mutierte und jetzt die Agenden der mächtigsten Armee der Welt und der letzten verbliebenen Supermacht befehligt; ein Mann, der sich von seinen Beratern und Spin Doktoren als Idiot darstellen lässt, als Kasperl und Marionette, obwohl er das wahrscheinlich gar nicht ist.
Ein gefährlicher Mann.

Und zum Glück ist er bald wieder weg.
Damit hier endlich wieder "Normalität" einkehrt.
20.6.06 22:11


Mein TV-Sommerloch

ist mir heute plötzlich sehr klar geworden.
Fast alle Serien, die ich mir stets mit Vorfreude, Spannung und Genuß ansehe, sind entweder ausgelaufen oder zur Zeit beendet ...

24 (5.Staffel) - beendet ... grandioses Finale übrigens für eine grandiose Staffel ... ich warte auf die 6. Staffel
The Simpsons (17. Staffel) - beendet ... der inhaltliche Abstieg der Serie setzte sich leider auch in dieser Staffel fort ...
Family Guy (4. Staffel) - beendet ... die Serie wird immer besser aber die kreative Pause ist sicher nicht schlecht
Prison Break (1. Staffel) - beendet ... grandiose Serie mit einem brutalen Cliffhanger zum Abschluß ... das Warten wird lange ...
Futurama - beendet ... die 5. und letzte Staffel ist schon einige Zeit beendet ... zum Glück kenne ich sie noch nicht
The Boondocks (1. Staffel) - beendet ... grandiose Serie, zum Glück wirds eine zweite Staffel geben ... irgendwann
American Dad (2. Staffel) - beendet ... zynisch und bitterböse ... kreative Pause kann auch hier nicht schaden
Scrubs (5. Staffel) - beendet ... immer noch eine der besten Comedy Serien überhaupt ... geniale 5. Staffel ... Warten ...
Six Feet Under (5. Staffel) - beendet ... für immer ...
Malcolm in the Middle (7. Staffel) - beendet ... für immer


Da bleiben nur noch 2 Serien im Moment ...

South Park (10. Staffel) - die letzte Folge ist bereits 3 Wochen her, seither Funkstille ... ich hoffe da kommt noch was ...
The Sopranos (6. Staffel) - die definitiv letzte Staffel ( ) dauert noch gut 2 Monate ... dann heisst es auch hier Abschied nehmen von Tony und der Bande ...


Mein Sommerloch ...
26.5.06 18:52


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